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Montag, 11. August 2014

Ich danke Gott für seine Gnade

In einem von Samaritan’s Purse veröffentlichten Statement dankt der Arzt, der wegen dem Ebola-Virus behandelt wird, für alle Gebete und für seine Genesung:

„Ich schreibe dieses Update aus meinem Isolationsraum im Emory University Hospital, wo mir die Ärzte und Krankenschwestern die bestmögliche Behandlung bieten. Mir geht es jeden Tag besser und ich danke Gott für seine Gnade, mit der er mich durch den Kampf gegen die schreckliche Krankheit getragen hat. Ich möchte ebenso all denen meinen tiefen und aufrichtigen Dank aussprechen, die für meine und Nancy Writebols Genesung gebetet haben und für die Menschen in Liberia und Westafrika.

Meine Frau Amber und ich, zusammen mit unseren zwei Kindern, sind nicht nach Liberia gegangen mit der besonderen Absicht, Ebola zu bekämpfen. Wir sind nach Liberia gegangen, weil wir glauben, dass Gott uns dazu berufen hat, Ihm im ELWA Krankenhaus zu dienen.

Ich habe eine Sache gelernt. Wenn man Gott nachfolgt, wird man oft an unerwartete Orte geführt. Als der Ebola-Virus sich in Liberia ausbreitete, änderte sich meine gewöhnliche Krankenhaustätigkeit mehr und mehr dazu, die wachsende Zahl der Ebola-Patienten zu behandeln. Ich hielt die Hände von unzähligen Personen, als diese schreckliche Krankheit ihnen ihr Leben nahm. Ich habe das Grauen aus erster Hand miterlebt und ich erinnere mich noch an jedes Gesicht und an jeden Namen.

Dr. Kent Brantly bei der Arbeit in Liberia 
Als ich mich am Mittwochmorgen krank fühlte, begab ich mich sofort in die Isolierung, bis der Test meine Diagnose 3 Tage später bestätigte. Als ich das positive Ergebnis bekam, erinnere ich mich an ein tiefes Gefühl des Friedens, das über den menschlichen Verstand hinausgeht. Gott erinnerte mich daran, was er mich Jahre zuvor gelehrte hatte: dass er mir alles Nötige geben wird, um ihm treu zu bleiben.

Zwei Wochen nach meiner Erkrankungen haben sich die Umstände komplett geändert. Mein Fokus allerdings bleibt der gleiche – Gott zu folgen. Wenn Ihr weiterhin für Nancy und mich betet, bitte betet für unsere Genesung. Noch viel wichtiger ist jedoch, betet, dass wir Gottes Ruf über unserem Leben in diesen neuen Umständen treu bleiben.“


Dr. Kent Brantly am 8. August,
Quelle: www.samaritanspurse.org/article/dr-kent-brantly-statemen

Übersetzt von Geschenke der Hoffnung e.V.

Donnerstag, 31. Juli 2014

Mit Ebola-Virus infizierter Arzt Kent Brantly: Ein Portrait



 

Er wollt den Schwächsten helfen…


Kent Brantly hat ein Herz für Gott. Und er hat ein Herz für die Armen und Schwachen. Deshalb entschloss er sich im Oktober vergangenen Jahres nach Liberia auszureisen, um dort die Arbeit der christlichen Hilfsorganisation Samaritan’s Purse zu unterstützen. Der Einsatz sollte zwei Jahre dauern. Zunächst war der 33-Jährige in einer Geburts- und Kinderstation in der Hauptstadt Monrovia eingesetzt. Zuvor war der zweifache Familienvater am John Peter Smith-Krankenhaus in Fort Worth (Texas) tätig. Als sich im Frühjahr dieses Jahres die Ebola-Fälle häuften, entschieden sich Brantly und seine Frau bewusst, weiter in dem Land zu bleiben. Der Arzt half, wo er gebraucht wurde. Seine ehemaligen Kollegen bestätigen, dass er um die Risiken wusste, die ein Epidemie-Ausbruch in einem der ärmsten Länder der Welt mit sich bringt. Seine Entscheidung bereue er nicht. „Kent hat sich dazu entschlossen, sein ganzes Leben als Mediziner und Missionar zu leben“, sagt seine Mutter Jan Brantly, die täglich mit ihrem Sohn in Kontakt steht. „Sein Herz gehört Afrika.“ Schon früher war er im Rahmen von humanitären Einsätzen in Ländern wie Uganda und Tansania tätig – und auch nach dem Erdbeben auf Haiti.

 

„Ein außergewöhnliches Bedürfnis, den Schwachen zu dienen.“


In Fort Worth (Texas) besuchte Brantly mit seiner Familie die „Southside Church of Christ“. Einer der Ältesten, Kent Smith, beschreibt den Glauben seines Gemeindemitglieds: „Er hat ein außergewöhnliches Bedürfnis, dem Auftrag Jesu zu folgen und den Schwachen zu dienen.“ In der Gemeinde engagierte sich Brantly unter anderem in einem Komitee, das sich um die Weiterleitung von Spendengeldern an christliche Werke kümmert. Seine Frau organisierte Besuchsdienste und die Essensversorgung von alten oder kranken Leuten, die Unterstützung brauchen. 

Brantly hatte vergangene Woche selbst Ebola-Symptome festgestellt und sich sofort in Isolation begeben sowie die Teammitglieder informiert.  Die Nachricht von seiner Erkrankung sorgte bei der Gemeinde für große Anteilnahme. „Am Mittwoch (30.7.) kamen viele zu einem außer planmäßigen Treffen zusammen, um für Kent zu beten“, berichtete Smith Geschenke der Hoffnung. Von 6 bis 22 Uhr gebe es verschiedene Gebetskreise, die ununterbrochen für ihr Gemeindemitglied vor Gott eintreten.

 

Auch die deutschen Kollegen sind geschockt


Geschenke der Hoffnung arbeitet schon seit längerem mit Samaritan’s Purse zusammen. In Liberia unterstützte man gemeinsam eine Rehabilitationseinrichtung für sexuell missbrauchte Frauen. Auch der Einsatz in der Ebola-Bekämpfung wird von Geschenke der Hoffnung mitbegleitet. Die Nachricht, dass nun mit Brantly einer der Mitarbeiter selbst mit dem tödlichen Virus infiziert ist, schockierte auch die deutschen Kollegen. Vor allem, wenn man bedenkt, dass die Hygienestandards in solch einer Situation sehr hoch sind – es ist daher schwer nachzuvollziehen, wie sich Brantly mit dem oft todbringenden Virus infizieren konnte. Das liberianische Gesundheitsministerium hat daher eine Untersuchung eingeleitet.

 

Brantly und seine Familie hoffen weiter


Trotz der schier aussichtslosen Lage gibt Brantly die Hoffnung nicht auf: „Ich bete inbrünstig, dass Gott mir helfen wird, diese Krankheit zu überleben“, teilte er in einem Schreiben an einen befreundeten Arzt mit. Und er ruft dazu auf, für die anderen Infizierten zu beten – man solle sich nicht nur auf ihn konzentrieren, schließlich sei er nicht mehr wert als die anderen Erkrankten. Auch seine Ehefrau – die bereits vor der Infektion mit den Kindern zurück in die USA gereist war – teilt den festen Glauben ihres Mannes: „Als Menschen mit einem tiefen Glauben an Jesus bedanken wir uns aufrichtig bei allen Menschen weltweit, die für Kent und seine furchtbare Situation gebetet haben. Wir stützen uns weiterhin auf diesen Glauben und suchen Trost bei unserem Gott.“

Eigentlich wollte Brantly in dieser Woche seine Familie in Texas besuchen. Ob sie ihn jemals wiedersehen wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt völlig ungewiss. Denn oftmals entfaltet das Virus erst in der zweiten oder dritten Woche seine schreckliche Wirkung. Doch Brantly ist stark: „Er kämpft gegen die Krankheit, so wie wir es von einer Person wie ihm erwartet hätten“, heißt es von Samaritan’s Purse. Möge sein Kampf erfolgreich sein.  

Mittwoch, 30. Juli 2014

Die tödliche Gefahr: Das Ebola-Virus breitet sich in Afrika aus



Das tödliche Ebola-Virus hat laut der Weltgesundheitsorganisation in Westafrika seit April über 670 Todesopfer gefordert. Bis zu 90 Prozent der infizierten Menschen sterben. Nun hat sich ein Arzt unserer Partnerorganisation Samaritan’s Purse in Liberia angesteckt: Dr. Kent Brantly ist der medizinische Direktor des Gesundheitszentrums in der Hauptstadt Monrovia. Nachdem er erste Symptome bei sich entdeckte, begab er sich sofort in Quarantäne. Erst im Oktober war der 33-jährige Mediziner aus Fort Worth (Texas) nach Afrika gekommen und hatte vor Ausbruch des Virus in einem Missionshospital in Liberia gearbeitet. Zeitweise lebten seine Frau und die beiden Kinder bei ihm. Aus Sicherheitsgründen waren sie frühzeitig in die USA ausgeflogen worden. Aus dem Mitarbeiterteam, das Ebola in Liberia bekämpft, ist eine weitere Mitarbeiterin erkrankt: Nancy Writebol, ebenfalls verheiratet und Mutter von zwei Kindern. Sie arbeitet für die US-Organisation Serving in Mission (SIM). Der berühmte Virologe Sheik Umar Khan aus Sierra Leone ist inzwischen an den Folgen des Virus gestorben.



Erster Fall nun auch in Nigeria
Nachdem sich die Epidemie auch in Guinea und Sierra Leone ausgebreitet hat, wurde vor wenigen Tagen der erste Todesfall aus Nigeria gemeldet. Ein liberianischer Regierungsangestellter hatte sich vermutlich durch seine Schwester in Liberia angesteckt. Trotz Arbeitsverbot stieg der Mann in ein Flugzeug, um an einer Konferenz in Nigeria teilzunehmen. Auf dem Flughafen in Lagos brach der 40-Jährige zusammen und wurde sofort in ein Krankenhaus eingeliefert, wo er starb. Daraufhin kündigte die liberianische Präsidentin  Ellen Johnson-Sirleaf an, sämtliche Grenzen zu schließen. Nur noch zwei Flughäfen und drei Grenzübergänge seien geöffnet, ließ FAZ-Online am 28. Juli verlauten. Auch in Nigeria werde es zu einer verstärkten Überwachung kommen, teilte Gesundheitsminister Onybuchi Chukwu mit. 

Ebola gehört zu den tödlichsten Krankheiten der Welt. Es gibt weder Impfstoffe noch spezifische Medikamente dagegen.  Das Virus löst eine infektiöse Fiebererkrankung aus, die von Blutungen begleitet wird. Derzeit werden 97 Patienten in unsren beiden Gesundheitszentren in Foya und nahe der Hauptstadt Monrovia behandelt. Weitere Hilfsmaßnahmen sind geplant. Bitte unterstützt die Arbeit – im Gebet und mit einer Spende. Mehr Informationen findet ihr hier .